Einreise in den Iran

Gewuehl am iranischen Zoll
Gewuehl am iranischen Zoll

Gegen Mittag fahren wir los und erreichen die Grenze zum Iran nach einer halben Stunde. Die Lastwagenkolonne von ca. 4 Kilometer Länge lassen wir rechts liegen und können ausreisen, nachdem unsere Pässe einen Ausreisestempel erhalten haben. Die ganze Aktion hat nur gerade mal 10 Minuten gedauert.

Nach langem Warten und Mitschwimmen im Gewühl aus Reisebussen und PW’s spült es uns in den Iranischen Zollhof, wo jeder irgendwie kreuz und quer parkt. Hier treffen wir auf drei Motorradfahrer aus der Schweiz. Die drei freuen sich schon, dass niemand ihr Carnet de Passage sehen will. Endlich geht es auch für uns los und wir stehen in der Schlange für die Passkontrolle. Am Schalter dann die Fragen, warum wir in den Iran einreisen wollen und welche Route wir geplant haben. Ein Mann verschwindet darauf mit unseren Pässen und dem Carnet de Passage. Das gefällt mir gar nicht, der Pass ist mein Heiligtum und den gebe ich nur sehr ungern aus der Hand.

Die Motorradfahrer haben es geschafft, sie haben ihr Carnet sowie ihre Pässe wieder und düsen davon. Wir sind noch nicht ganz soweit. Ein selbsternannter Helfer hält unser Carnet und die Pässe in den Händen und will 100 Euro einkassieren für seine Hilfe für uns und die drei Motorräder. Wir erklären ihm ziemlich direkt, dass wir ihm keinen Cent zahlen. Für die Rückgabe unserer Papiere ist das nicht sehr hilfreich. Wir merken, dass wir unsere Taktik ändern müssen. Dummerweise ist aber bereits alles auf Farsi angeschrieben und wir haben keine Ahnung, in welches Büro wir noch müssen, damit am Schluss jedes Fetzchen Papier den richtigen Stempel hat.

 

Nachdem uns der Helfer im Taxi 2 Kilometer zum nächsten Büro vorgefahren ist, bekommen wir schon Rabatt und er verlangt nur noch 50 Euro. Irgendwann sind wir dann soweit, dass wir unsere Papiere und das Carnet wieder in den Händen halten und der Helfer sich für 5 Franken abspeisen lässt. Aber bereits haben wir den nächsten Berater am Hals. Offenbar braucht es noch einen weiteren Stempel von einem anderen Büro auf einem der Papiere (lesen können wir darauf gar nichts, da alles auf Persisch geschrieben ist). Dass wir für diesen Stempel wieder zurückfahren müssen, kann uns der Berater nicht wirklich sagen, da er minimste Englischkenntnisse hat. Mit Händen, Füssen, Pfeifen, Vorauslaufen, Winken, in den Staub auf dem Chevy schreiben, gelingt uns aber eine Art Kommunikation. Unsere Autoversicherung ist mit Eintritt in den Iran ungültig und uns fehlt nun nur noch eine Haftpflichtversicherung. Wie durch ein Wunder machen wir dieses Büro ausfindig, hängen unseren Helfer ab und erklären dem jungen Mann gerade, was wir wollen, als unser selbsternannter guter Geist auch schon wieder auftaucht. Mit dem unguten Gefühl, soeben viel zuviel für diese Versicherung bezahlt zu haben, schaffen wir es durch die Schlusskontrolle und sind endlich im Iran.

 

Aber unser Helfer ist hartnäckig. Auch hier lässt er sich nicht abwimmeln und folgt uns zur nächsten Tankstelle. Er will uns weismachen, dass wir eine Benzinkarte kaufen müssten, um überhaupt tanken zu können. Da er aber so eine hilfsbereite Seele ist, stellt er uns seine Benzinkarte zur Verfügung und verrechnet uns 10'000 Rials / Liter. Wir vertrauen diesem Menschen nicht und als ich drei ungarische Motorradfahrer erblicke, entwische ich dem Helfer und frage diese drei direkt, wie viel sie für das Benzin bezahlen müssen. Es stellt sich heraus, dass wir als Touristen keine Benzinkarte brauchen, sondern einfach zum höheren Preis von 7000 Rials tanken können, was ca. 70 Rappen entspricht. Einheimische mit Karte, sprich auch unser Helfer, bezahlen 4000 Rials. Jetzt haben wir die Gewissheit, dass uns der Helfer an der Nase herumführt. Mäse sagt ihm deutlich die Meinung und wir fahren davon zur nächsten Tankstelle, wo wir ohne Probleme unseren Tank füllen können.

 

Zum Glück sind diese beiden Grenzhelfer aber nicht repräsentativ für die Iraner. Wir merken sehr schnell, dass uns hier ein sehr hilfsbereites, freundliches und interessiertes Volk erwartet.

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