Besteigung des Ararat

Im Hintergrund der Zielgipfel
Im Hintergrund der Zielgipfel

Zum Glück ist der Gipfel des Ararats beim Abmarsch in den Wolken versteckt. So bleibt das Ziel buchstäblich in den Wolken verborgen. Von unserer Gruppe scheinen sich alle auf diese Expedition vorbereitet zu haben. Die übrigen acht Teilnehmer sind extra für die Besteigung des Ararats in die Türkei geflogen und werden anschliessend direkt wieder nach hause fliegen.

Unser Honeymoonzelt
Unser Honeymoonzelt

Die Etappe des ersten Tages führt ins erste Camp auf 3200 müM. Wir sind gut unterwegs und haben das Ziel innerhalb von 3½ h erreicht. Die Packpferde mit den Zelten und dem Essen haben ein wenig länger, so dass wir die gute Luft und die Aussicht geniessen. Immer wieder zeigt sich der schneebedeckte Gipfel zwischen den Wolken und ich kann mir nicht vorstellen, wie ich über dieses steile Schneefeld auf den Gipfel kommen soll. Aber das ist momentan auch noch keine Frage. Die Packpferde sind angekommen und wir können unser Zelt aufstellen. Unser Zelt ist mit Abstand am grössten, was ihm sofort den Übernamen Honeymoonzelt einbringt.

Bettruhe ist früh, wobei Ruhe relativ ist. Es windet, die Zeltwände flattern und es ist auch nicht mehr angenehm warm. Obwohl ich einen erprobten warmen Schlafsack habe, kommt er an seine Grenzen. Und wer jetzt denkt, wenn schon Honeymoonzelt dann sollen sie sich doch selber warm geben, der hat noch nie bei Wind und Wetter mit drei Schichten Kleider im Schlafsack gelegen und gehofft, dass das Zelt nicht davon fliegt.

Das Ziel liegt in den Wolken
Das Ziel liegt in den Wolken

Am nächsten Morgen geht es dann weiter ins zweite Camp auf 4200müM. Bereits um den Mittag treffen wir hier ein und nachdem wir unsere Suite aufgebaut haben, steigen Mäse und ich noch ein Stück weiter hinauf. Ich bin froh, dass ich nach wie vor weder Kopfweh habe noch die dünnere Luft merke. Nach einem sehr frühen Abendessen liegen wir alle bereits um 18.00h im Bett.

Schatten des Ararats bei Sonnenaufgang
Schatten des Ararats bei Sonnenaufgang

Tagwach ist morgens um 1 Uhr. Fast verschlafen wir. Als wir 30min zu spät zum Çai eintreffen, sind alle noch am Warten. Es ist eiskalt und ich bin gottenfroh, sind wir nicht pünktlich erschienen sind. Es gibt eine verdünnte Suppe vom Znacht und dann geht es los.

 

Die wärmende Suppe im Bauch kommt schnell an ihre Grenzen und der heisse Tee im Camelbag ist nach kurzer Zeit eingefroren. Es windet immer stärker und der Weg ist im Dunkeln kaum zu sehen. Zum Glück gibt der Führer ein sehr langsames Tempo vor, so dass unsere Gruppe zusammenbleibt und ich mich nur auf die Schritte des vorderen konzentrieren kann.

Geschafft!
Geschafft!

Nach 3½ Stunden kommen wir zum Schneefeld, das ich von unten gesehen habe und jetzt heisst es Steigeisen montieren. Die letzte halbe Stunde geht von 4950müM zu 5137müM und jetzt merke auch ich, dass die Luft dünner ist und es zu wenig Sauerstoff gibt, um die Lungen zu füllen. Aber wir kommen alle um 6.00 Uhr oben an und werden mit einem wolkenlosen stahlblauen Himmel belohnt. Nach einem kurzen Gipfelfoto machen wir uns bereits wieder auf den Rückweg. Das Ziel war zwar der Gipfel, aber wir müssen heute wieder bis ins Tal hinunter gehen.

Wieder zurück im Tal
Wieder zurück im Tal

Noch steht unseren Knien ein Abstieg von 3000 Höhenmetern bevor. Nach einer kurzen Pause in Camp 2 werden die Zelte abgebrochen, auf die Pferde gepackt und der Abstieg zum Parkplatz auf 2100 Meter beginnt. Erschöpft und mit weichen Knien kommen wir um 17.00 Uhr auf dem Campingplatz an und gehen müde aber tief zufrieden über den erfolgreichen Tag noch einmal früh ins Bett.  

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Kommentare: 5
  • #1

    Katja (Freitag, 19 August 2011 23:51)

    Hallo ihr zwei
    Tönt alles mega spannend, was ihr da erläbäd. Das mit em Gäldwächsle da hani müässä schmunzle, i dä CH würsch würkli niemert fremdem 500.- id Händ drucke UND dra glaube, dassd das Gäld wieder gsehsch ;-)
    Beiidruckend s Fotti vom Schatte vom Ararat, da händer aber rächt öppis gleischtet!
    Karin, Kompliment für dini Blog-Iiträg, häsch en super Schriibstil, gfallt mir uh guet!
    Wiiterhin vill Spass und bliibed gsund, Chevy, du au ;-)

    Liäbi Grüässli, Katja

  • #2

    Nadine (Samstag, 20 August 2011 08:56)

    Ich bin beeindruckt, wieviel Ausdauer ihr habt! mir schlottern nur schon von der Vorstellung eines 3000Höhenmeter-Abstieges die Knie.
    dem Kompliment von Katja will ich mich anschliessen: Mir gefällt dein Schreibstil auch sehr gut, Karin. Und, seid Ihr wohlauf? Habt Ihr keinen Höhenkoller nach dieser Anstrengung? Grussli Nadine am Samstagmorgen

  • #3

    Gaby (Sonntag, 21 August 2011 12:14)

    Oh, du mini Güeti !!!! Ich bewundere eu ja würkli, was für Vertraue ihr händ, aber am meischte, dass ihr würkli i so ä schwindelndi Höhi marschiered. Mir isch ja dä Uetliberg scho z'höch !!! Ich bi halt würkli am liebschte wiiiiit une und i dä nöchi vom Meer, en richtigä "Flachland-Indianer".
    So, jetzt hoffi, dass Knü nöme zittered und Luft wieder langet zum schnuffe. Es liebs Grüessli us em rägnerische Cape Town, Gaby

  • #4

    Petra (Sonntag, 21 August 2011 12:46)

    Hallo ehr beide

    Emmer weder setz ech nidisch vorem PC ond lese amüsiert ond met grossem Inträssi üchi Blog-Iträg! Genial, was ehr erläbid! ;o)

    Oje, also das muess jo wörkli extrem chalt gsi si im Zält wenn sogar d Karin gfrohre hed met ehrem "exträ warm Schlofsack"! Ech mag mech erennere als obs gester gsi wär, wo mer in Chilé am Morge verwachet send. Ech total doregfrohre trotz Alpaka-Chnüsocke, Chappe, 3 Pullis etc. ond d Karin met em T-Shirt ond Schweissperle uf de Stern... ;o)

    Händ wiiterhe en super Zyt! Be gspannt uf di wiitere Blogiträg!;o)

    Liebi Grüesslis us de chline heisse Schwiz, Petra

  • #5

    Anjes Stöckli (Montag, 22 August 2011 21:17)

    Auch ich bin beeindruckt! gratuliere sehr! Mir reicht es, heute noch genau nachzusehen, wo denn dieser Berg genau ist und freue mich auf eine kühle Nacht. Denn bei uns ist es zur Zeit sehr heiss. Viel Glück beim nächsten Abenteuer als zeitweilige "Millionäre". Grüsse herzlich Anjes

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